Lästern über Schüler

29 Mai

Hallo liebe LeserInnen,

Lehrer sollten doch durch ihr Verhalten eine Vorbildfunktion für Schüler haben, oder? Gewiss gibt es auch KollegInnen, die dieses Credo ernst nehmen und auch in Abwesenheit eines Schülers nicht hinter diesen lästern. Doch die Kollegin Frau Frust lehrte mich eines Besseren. So zum Beispiel wurde eine Kopftuch tragende Schülerin von ihr mit einer Karnevalsfigur verglichen.
Ein türkischer Vater, der bei einem Gespräch mit Frau Frust auf Akademiker in seiner Familie hinwies und betonte, dass es auch Ärzte in seiner Familie gäbe, wurde ein Tag später im Kollegium verspottet.
„…. dann sagte Herr Özdemir tatsächlich zu mir. Ich haben 7 Ärtze in meiner Familie. Meine Sohn kann nicht dumm sein. Da dachte ich. JA, anatolische Tierärzte.“ Und dann brach ein Gelächter im Lehrerzimmer aus. Zufällig handelt es sich dabei, um meinen Schüler. Und zufällig stehe ich daneben und zufällig bin ich auch Türke. Und, was meint Ihr? Wie fühlt man sich dabei?
Also ich kann euch versichern, dass mir nicht grade die Sonne aus dem Hintern schien.

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Integration und kulturelle Bereicherung #*!?

27 Mai

Hallo liebe LeserInnen,

ich werde häufig als Beispiel „gelungener Integration“ propagiert. Doch was meinen eigentlich die Menschen, die dies behaupten? Oder was wollen sie damit anderen vermitteln? Welcher Wunsch liegt dieser Aussage zu Grunde?

Herr Schmitt: „Dieser Kollege soll den Migrantenschülern (damit sind meistens nur Araber, Türken, Kurden, etc. gemeint) als Vorbild dienen. Damit werden wir diesen Kindern unseren genialen kulturellen Reichtum besser vermitteln.“

Doch, wenn der Lehrer (mit Migrationshintergrund) mit diesen Schülern sich in deren Muttersprache unterhält, damit er von diesen mehr Akzeptanz findet, bekommt der „Kanacke im Kollegium“ nur Hassblicke von anderen Lehrern. Blicke, die kulturelle Überlegenheit und Verachtung der „Kanacken-Kultur“ ausdrücken.

Herr Schmitt: „Scheisse, wen haben wir uns da in UNSERE Schule geholt? Wie werden wir diesen Kanacken im Lehrerzimmer los?“ Ist er eigentlich einer von UNS oder einer von DENEN?

Sorry, aber ich tue nur meinen Job. Und zu meinem Job gehört es die Menschen von dort abzuholen, wo sie sich derzeit befinden. Mein Job ist nicht euren „Kulturfaschismus“ zu verbreiten und den Migrantenschülern das Gefühl vermitteln, dass ihre Sprache, Feste oder Bräuche minderwertig sind.

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Korrigieren von Klassenarbeiten

25 Mai

Hallo,

ich sitze gerade an einem Satz von Klassenarbeiten und muss mich durch einen Dschungel von Syntax- und Grammatikfehlern durchkämpfen. :-(
Das Wetter ist toll und die Sonne scheint. Jeder ist draußen, nur der „böse“ Lehrer darf nicht raus. Jeder kriegt eben das, was er verdient.

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Über mich und diesen Blog

24 Mai

Hallo liebe LeserInnen,
Ich möchte mich kurz vorstellen und euch die Beweggründe meines bloggens mitteilen.

Zunächst: Ich bin Klassenlehrer an einer öffentlichen Schule in einem sogenannten Brennpunktstadtteil, natürlich mit hohem Migrantenanteil. Auch ich habe einen Migrationshintergrund, aber über meinen Vordergrund interessiert sich ja eh keiner, also werde ich nur über diesen Hintergrund schreiben und meine Tätigkeit als Lehrer immer unter diesem Aspekt reflektieren.

Ich habe bereits ein Paar Jahre Berufserfahrung gesammelt und habe mich erst vor Kurzem entschieden in diesem Blog meine Erlebnisse und Gefühle fest zu halten.
Ich freue mich auf eine aufmerksame Leserschaft, die mich bei diesem Unterfangen begleitet und mir mit Rat beisteht.

Bis demnächst.

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